SOL – EtageEins

Beim Selbstorganisierten Lernen (SOL)  nehmen Schüler*innen ihren Lernprozess selbst in die Hand und entscheiden eigenverantwortlich, wann, wie und an welchen Zielen sie arbeiten. Sie warten nicht passiv auf Anweisungen der Lehrkraft, sondern werden zu aktiven Gestalterinnen des eigenen Wissenserwerbs im Schulalltag.

In der EtageEins haben wir für die Jahrgänge 5 und 6 zum Schuljahr 2026/27 erstmals eine offene Lernlandschaft geschaffen. Unterschiedliche Lernbereiche ermöglichen es den Schüler*innen, ihren Arbeitsplatz passend zur jeweiligen Aufgabe zu wählen – für konzentriertes Arbeiten ebenso wie für Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung.

Wir sind überzeugt: Räume prägen Lernen. Die offene Lernlandschaft stärkt soziale Kompetenzen, fördert selbstständiges Lernen und berücksichtigt, dass Lernen individuell und unterschiedlich verläuft. Klare Vereinbarungen und gegenseitige Rücksichtnahme schaffen dabei Orientierung und eine respektvolle Lernatmosphäre.


Wegweiser

Zusätzlich zum LogBuch der SchuleEins erhalten alle Schüler*innen der 5. und 6. Klassen ein sogenanntes „Wegweiser“-Heft als wertvolle Handhabe zur Selbstorganisation und zur Dokumentation der eigenen Kompetenzentwicklung.

Grundsätze des Selbstorgansierten Lernens (SOL) in vier Basis Fächern


Wochenplan

Die Inhalte und Kompetenzen der Fächer Mathematik, Deutsch, Gesellschaftswissenschaften und Englisch werden in einem von den Fachlehrkräften einer Jahrgangsstufe gemeinsam entwickelten Wochenplan vermittelt. Innerhalb der 14 SOL-Stunden entscheiden die Schüler*innen selbst, wann und wie lange sie welche Aufgaben bearbeiten. Die Lehrkraft im Stundenplan ist dabei jeweils als Ansprechperson verfügbar. Der Stundenplan gibt somit nicht mehr vor, welches Fach bearbeitet werden muss.


Der Wochenplan umfasst:

  • Pflichtaufgaben: Sicherung des Mindeststandards

  • Wahlaufgaben: Vertiefung, Übung und Differenzierung

  • Selbstkontrolle:

    • geschlossene Aufgaben → Lösungsblätter an der Lösungsstation

    • offene Aufgaben → Raster, Musterlösungen und Reflexionsaufgaben

  • Leistungsaufgaben: rot gekennzeichnet und durch die Lehrkraft kontrolliert

 

Weitere Regelungen:

  • Anpassung von Layout und Zugang zum Wochenplan bei Bedarf im Rahmen des Nachteilsausgleichs möglich

  • Der Wochenplan bleibt während der Woche in der Schule.

  • Freitags darf er mit nach Hause genommen werden.

  • Der Wochenplan wird zusätzlich im Klassenordner auf IServ hinterlegt.

 

Hausaufgaben werden im Wochenplan vermerkt. Es wird aber versucht, weitestgehend auf Hausaufgaben zu verzichten. Nachholen von versäumten Inhalten, zum Beispiel nach einer Krankheit, kann jedoch notwendig sein. Umfang und Vorgehen werden bei Bedarf gemeinsam mit Schüler*innen, Lehrkräften und Erziehungsberechtigten abgestimmt.

 

Inputs

Die Input-Phasen ergänzen die selbstständige Wochenplanarbeit, indem sie neue Inhalte und Methoden vermitteln sowie bei Bedarf Aufgaben erklären oder wiederholen. Die Schüler*innen nehmen je nach Bedarf an den Inputs teil und nutzen die übrige Zeit für die selbstständige Arbeit am Wochenplan.

 

Coaching

Eine weitere Säule des SOL ist die Ergänzung der Wochenplanarbeit durch einen festen Coaching-Termin pro Kind, in dem die Selbstorganisation sowie das Arbeits- und Sozialverhalten für ein erfolgreiches Arbeiten reflektiert werden. Im Coaching wird die Einhaltung von Regeln, die Quantität der Wochenplanbearbeitung, die Strukturierung des eigenen Lernprozesses mit entsprechenden Lernentscheidungen durch Selbst- und Fremdeinschätzung thematisiert und dokumentiert.

 

Das SOL folgt den Grundregeln sich flüsternd, freundlich und friedlich zu verhalten. Darauf aufbauend entwickeln die Schüler*innen zunehmend Selbstständigkeit und Organisationsfähigkeit, indem sie verantwortungsvoll mit ihren Rechten und Pflichten umgehen.

Je nach Entwicklungsstand erhalten sie mehr Freiheiten oder engere Strukturen und Unterstützung. Die passende Graduierungsstufe wird im Coaching gemeinsam reflektiert und unter pädagogischen Gesichtspunkten festgelegt.

Nach einer ersten Orientierungsphase erfolgt die Leistungsbewertung wie gewohnt durch die Fachlehrkräfte. Dabei werden Umfang und Qualität der Wochenplanarbeit, die Mitarbeit in Inputs und Fachgesprächen, Leistungsaufgaben (ca. 1x pro Woche pro Fach), Tests und Klassenarbeiten berücksichtigt. Den Zeitpunkt einer Klassenarbeit können die Schüler*innen innerhalb eines vorgegebenen Wochenzeitraums selbst wählen.

Mittelfristig wird die Notenbewertung durch fachspezifische Kompetenzraster ergänzt.