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SchuleEins

Nachruf auf Jens Holger Kirchner

Mit Betroffenheit und Bedauern nehmen wir Kenntnis vom Tode Jens Holger (Nilson) Kirchners.

Erstmals begegnet bin ich Jens Holger (Nilson) Kirchner, als unsere Bezirke 2001 zusammengelegt wurden. Wir hatten Berührungspunkte bei der Organisation einiger Veranstaltungen, meist Protestaktionen, ich, die Pankower Bürger deputierte, mit Hut und er, der Alternative immer mit Thermoskanne voll Tee. Er trank nie Alkohol. Oft trat er im Dreiergespann mit Martin Sorge und Torsten Wischnewski auf.

Richtig kennengelernt habe ich ihn in Pankow bei seiner Arbeit. Er hat uns immer unterstützt. Als wir eine Schule in einem ehemaligen Tabakspeicher bauten und damit seine alten Pläne, dort Parkplätze für Carsharing Autos einzurichten, durchkreuzten, half er bei der Beschaffung eines Fußgängerüberweges. Als er vor Ort zur Besichtigung war und sah, dass der schmale ca. 1m breite Fußweg zur Schule keine Begrenzung hatte, waren nur einige Tage später Bauarbeiter da, die ein schützendes Metallgeländer aufstellten.

Er war immer ein Mann der Tat. Kein noch so verrückter oder auf den ersten Blick abwegiger Gedanke war ihm fremd, wenn er dann in seiner Ausführung den Menschen half. Es machte Spaß, gemeinsam mit ihm zu denken. Unsere SchuleEins verdankt ihm sehr viel. Als die Schule wuchs und man als Gemeinschaftsschule ein zusätzliches Haus brauchte, war er es, der die Lanze brach und den Weg zur Bebauung eines Parkplatzes frei machte. Wir haben es sehr bedauert, dass er in die Senatspolitik ging. Dort ging man nicht gut mit ihm um und wir hätten ihn hier in Pankow noch sehr gebraucht. Manch ein Knebelvertrag, um das neue Schulgebäude fertigzustellen, hätte es mit ihm nicht gegeben. Er wusste Engagement zu schätzen und hat es immer, auch manchmal sehr unkonventionell, unterstützt. Zum Richtfest in der Coronazeit kam er angeradelt, gemeinsam mit dem damaligen Stadtrat Dr. Torsten Kühne, zur Einweihung war der einzige, (obwohl ehemalige) Pankower Politiker, der sich sehen ließ. Er konnte sich ehrlich mit uns freuen und es kam sehr von Herzen.

Man konnte immer auf ihn zählen. Er war ein bodenständiger Visionär, der selbst anpacken konnte. Sein Wort galt immer. Wir hatten noch Lust auf so sehr viel mehr Leben, in denen wir gemeinsam Projekte stemmen konnten. Nun bleibt Erinnerung und viel Dank. In unserer Trauer sind wir bei den Angehörigen und besonders bei seiner Frau, mit der er in den letzten Jahren oft gemeinsam zu unseren Projekten kam.

Carmen Urrutia