Eindrücke aus Skandinavien

Im Rahmen unseres des Erasmus+ Programms reisten zwei Gruppen der SchuleEins in das skandinavische Ausland. Hier ein paar Eindrücke aus Dänemark und Norwegen:

Fahrt nach Bergen

Durch zahlreiche Museumsbesuche, erhielten wir die Möglichkeit uns einen Eindruck über die Geschichte und
Kultur, im Rahmen von unserem Thema „Nations between traditions and change“ zu verschaffen. Durch die Zusammenarbeit mit der Partnerschule Asane folkehøgskole haben wir einen näheren Einblick in den norwegischen Schulalltag bekommen. Außerhalb der Unterrichtsbesuche, haben wir an verschiedenen Aktivitäten mit den Schüler*innen teilgenommen, wie beispielsweise gemeinsames Kochen in der Schulküche, sowie eine Wanderung und Sonnenuntergangsbesichtigung auf dem Berg Fløyen.
Wir freuen uns schon sehr die norwegischen Schüler*innen im März bei uns in der SchuleEins willkommen zu heißen.

Bericht: Renee Schwarz

Fahrt nach Kopenhagen

Im Februar führten wir drei Schulbesuche in der dänischen Hauptstadt durch, bei denen wir Gespräche mit der Schulleitung, Lehrkräften, Koordinatoren internationaler Programme sowie mit Schüler*innen führten. Besucht wurden die Bordings Friskole (Primar- und Sekundarschule), das Ørestad Gymnasium, auch bekannt als „Schule ohne Wände“, sowie das Gefion Gymnasium. Die beiden Gymnasien umfassen jeweils drei Schuljahre und entsprechen in etwa den deutschen Klassenstufen 11 bis 13.

Im Vergleich zum deutschen Schulsystem fielen uns mehrere Besonderheiten auf. Bereits die Architektur der Schulgebäude unterscheidet sich deutlich. Der sogenannte „Made in Denmark“-Stil zeigt sich in der sogenannten „Aula-Schule“, die die klassische Flurschule ersetzt: Die Klassenräume gruppieren sich um eine große, zentrale, meist ovale Halle. Natürliches Licht spielt eine zentrale Rolle, was sich in großen Fensterfronten und häufig auch Dachfenstern widerspiegelt. Zudem werden Innenräume verstärkt mit Kunstwerken wie Fotografien, Postern oder Gemälden gestaltet. Selbst die Fußböden werden teilweise als Lernflächen genutzt, indem dort Materialien ausgelegt oder angebracht werden.

Auch die Lehr- und Lernkultur unterscheidet sich spürbar von der in Deutschland. Das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schüler*innen ist deutlich informeller. Lehrkräfte werden vom Vornamen angesprochen und grundsätzlich geduzt – von der Grundschule bis zum Abitur. Die Türen zu den Lehrerzimmern stehen offen, und Schüler*innen können jederzeit eintreten. Zugangsbeschränkungen oder verschlossene Türen sind unüblich.

Ein weiterer zentraler Unterschied betrifft die Leistungsbewertung. Bis zur achten Klasse werden keine Noten vergeben. Stattdessen erhalten die Schüler*innen Feedback. Ab der achten Klasse gibt es Noten, meist kombiniert mit ausführlichen Rückmeldungen, teilweise auch weiterhin ausschließlich Feedback. Hintergrund dieser Praxis ist eine anhaltende Diskussion über die Rolle von Noten im Bildungssystem. Studien zur mentalen Gesundheit und zum emotionalen Wohlbefinden von Schüler*innen haben gezeigt, dass Noten erheblichen Stress und Ängste auslösen können. Dies war ein wesentlicher Grund für die Einführung des notenfreien Unterrichts in den unteren und mittleren Jahrgangsstufen.

Generell gibt es weniger Tests und klassische Prüfungen. Stattdessen werden mehr schriftliche Aufgaben gestellt, die von den Lehrkräften ausführlich kommentiert werden. Zudem sind die Anforderungen an den Notendurchschnitt für den Übergang in die Sekundarstufe II niedriger als in Deutschland. Die von uns befragten Oberstufenschüler*innen bestätigten, dass man die Schulzeit vergleichsweise entspannt gestalten und dennoch das Abitur erreichen kann, um anschließend ein Universitätsstudium aufzunehmen.

Überraschend war für uns die große Attraktivität des Militärdienstes, insbesondere bei männlichen Schülern. In beiden Gymnasien berichteten viele Jungen, dass sie nach dem Abschluss entweder ein oder zwei Gap Years zum Reisen einlegen oder der Armee beitreten möchten. Auf die Frage nach ihren Beweggründen antworteten sie, man finde dort gute Freunde, und es sei eine interessante Erfahrung.

Bericht: Irina Talanova