Wir erinnern uns: Das Basketball-Team der SchuleEins hatte in den letzten zwei Jahren keine einfache Zeit. Durch verschiedene Umstände mussten wir immer gegen größere und stärkere Gegner antreten. Eine Aufgabe, an der man wachsen oder scheitern kann. Steigen Sie ein, denn ich nehme Sie jetzt mit auf einen kleinen Ausflug ins Basketball-Wunderland…
Wir schreiben Sonntag, den 21.06.2026. Ja, richtig gelesen. Dieses Mal hat sich die Turnierleitung der ALBA-Schulliga dazu entschieden, das Finale an einem Sonntagnachmittag stattfinden zu lassen. Kalender werden freigeschaufelt, Termin ist gesetzt, manche Schüler brechen sogar ihren Kurzurlaub mit Papa ab, um das Finale möglich zu machen. Man könnte sagen: Die Motivation ist am Anschlag. Der Wille dieses Teams ist einfach nicht zu brechen.
Nun gut. Die Turniereröffnung startet, die Teams werden begrüßt und wir werden unseren Gegnern zugeteilt. Wir spielen heute ein neues System, nur vier Spieler pro Team auf dem Feld und es werden vier Viertel à vier Minuten ungestoppter Zeit gespielt. Besonderheit: Jeder Spieler muss mindestens ein Viertel vollständig durchspielen, das schränkt die Wechselmöglichkeiten deutlich ein. Der Kopf unseres Captains Philipp rauchte, er musste die Mannschaft personaltaktisch gut durch die Matches manövrieren. Wer wird in der Startaufstellung sein? In welcher Reihenfolge wechselt man die Teammitglieder wie Zahnräder so aus, dass das Uhrwerk durchgängig gut läuft? Eine Herausforderung, der sich unser Teamleader stellt – und so geschieht der beflügelnde Turnierauftakt: Die SchuleEins spielt mit viel Druck, setzt ihre Techniken um und lässt sich von kleinen Rückschlägen im Spiel nicht aus der Fassung bringen. Und wird belohnt, das Uhrwerk funktioniert wie geschmiert. Das erste Match gewinnt die SchuleEins und erhält Punkte für die Zwischenwertung. Dieser Sieg ist nach all den Niederlagen wie ein Befreiungsschlag für das Team und man spürt die Freude und Energie, die jetzt durch das Team fließt.
Die nächsten beiden Spiele sind sehr herausfordernd. Die Gegner werden nicht unbedingt größer, jedoch immer schwerer, taktisch und technisch. Wir befinden uns plötzlich auf höherem Niveau und so sieht sich die SchuleEins wieder mit zwei Niederlagen konfrontiert. Obgleich es in einem der beiden Matches teilweise gut aussieht, ziehen beide Gegner irgendwann davon. Ein Sieg zum Auftakt und zwei darauffolgende Niederlagen. Was geschieht jetzt? War es das? Wir gehen davon aus, dass das Turnier beendet ist und wir den Einzelsieg als Trophäe mit nach Hause nehmen können. Doch dann kommt die Turnierleitung auf uns zu und teilt uns mit, dass wir eben durch diesen einen Sieg für das Spiel um Platz 3 qualifiziert sind. Spiel um Bronze. Eine solche Chance bot sich unserer Gruppe noch nie. Also musste nun nochmal, nach drei harten Matches ohne Pause, ein viertes und entscheidendes Match gespielt werden.
Der Gegner im Spiel um Bronze präsentiert sich als ebenbürtig. Definitiv keine leichte Aufgabe, aber eben auch nicht unbesiegbar. Und das merkt man auch im Spiel. Der Punktezähler steigt auf beiden Seiten an, wie bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Die beiden Parteien schenken sich nichts: Zonenpunkte, Punkte durch Freiwürfe, Dreier, Korbleger. Beide greifen nach der Bronzemedaille. Die SchuleEins zieht alle Register und beißt sich durch. Am Ende gewinnt die SchuleEins mit einem 4-Punkte-Vorsprung gegen seinen Kontrahenten und gewinnt damit den 3. Platz beim Finale der ALBA-Schulliga. Die Euphorie ist nicht mehr zu bremsen, die Kinder springen vor Freude in die Luft und feiern sich.
Größere und stärkere Teams als Gegner, jedes Mal. Ohne Ausnahme. David gegen Goliath, jedes Mal. Ohne Ausnahme. Wie ein majestätischer sportlicher Koloss ragte er zwei Jahre lang über uns. Aber es ist eben dieser Goliath, der heute zu bröckeln beginnt. Wir haben geglaubt, gekämpft und gesiegt. Wir vertrauten darauf, dass er irgendwann in die Knie gehen wird, dass er irgendwann fallen wird und siehe da: Die Geschichte sollte ein gutes Ende nehmen. Wir haben unseren Goliath besiegt. Auch innerlich. Denn Siege werden im Kopf geboren und auf dem Feld geholt. An dieser Stelle möchte ich dem Team mitteilen, dass ich unglaublich stolz auf eure Leistung bin! Das ist die bisher beste Leistung, die ein Basketball-Team unserer Schule je erreicht hat. Herzlichen Glückwunsch!
Die sich aktuell verabschiedenden Sechstklässler geben den Staffelstab nun weiter an die nächste Generation. Die jetzigen Fünftklässler scouten momentan schon nach Nachwuchs und stellen ein Team für die nächste Saison zusammen. Wir wünschen allen für ihren weiteren schulischen und sportlichen Werdegang alles Gute. Wir werden natürlich da sein und uns dem nächsten Riesen stellen. Wenn es wieder heißt: Game on!
Bericht: Quirin Kennes